Frische Brise

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Spaziergang an der Elbe, an der Küste oder über Felder und Wiesen. Der Himmel ist weit, der Wind weht frisch, und nach einer Weile merken Sie: Der Kopf wird wieder klar, die Schultern werden lockerer, es wird leichter ums Herz. Ich brauche solche frischen Impulse im Leben. Neue Kraft, wo ich müde geworden bin. Eine Idee, die mir Mut macht. Einen Moment von Weite, wenn der Alltag eng geworden ist. Diese Lebendigkeit kann ich nicht machen – aber ich
kann ihr Raum geben.

Für mich zeigt sich darin Pfingsten: Wir Christen feiern, dass in uns eine belebende göttliche Kraft wirkt – unsichtbar wie der Wind, und doch spürbar. Mit ihr lebt es sich anders: offener, mutiger, liebevoller. Einfach lebendiger und freier. Ich wünsche Ihnen in diesen Tagen eine frische Brise: einen klaren Kopf, eine gute Begegnung, ein tiefes Durchatmen.

Ganz in diesem Sinne: Frohe Pfingsten!

Ihr
+ Stefan
Dr. Stefan Heße
Erzbischof von Hamburg

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Sich Zeigen

Es gibt diese Tage, an denen man lieber schweigt, als sich angreifbar zu machen. Die eigene Meinung wird leiser, der Mut zur Stimme schwindet. Vieles spricht dafür, sich nicht zu zeigen.

Und dann gibt es Momente, in denen jemand ruhig stehen bleibt und das sagt, was zu sagen ist – ohne Härte, ohne Lautstärke, einfach klar und mit einer Wärme, die spürbar ist. Solche Momente verändern etwas. Nicht nur in dem, der spricht, sondern auch in denen, die zuhören.

Davon erzählt Pfingsten: von einer Kraft, die Mut gibt, ohne hart zu machen.

Wissen, was zu tun ist

Manchmal ist plötzlich etwas klar. Nicht weil man lange nachgedacht hätte. Etwas in einem weiß: Das gehört zu mir, das nicht. Das ist richtig, das nicht. Hier muss ich hin, dort darf ich nicht bleiben.

Manchmal gegen die eigenen Wünsche. Manchmal gegen das, was andere erwarten. Aber es ist deutlich. Und es bleibt, auch wenn man es überhören möchte.

An Pfingsten feiern Christen, dass Gottes Geist auf diese Weise in uns wirkt: als eine ruhige Gewissheit, die uns Richtung gibt.

Gutes tun

Manchmal tut man etwas, was man nicht müsste. Man ruft jemanden an, von dem man gehört hat, dass es ihm schlecht geht. Man widerspricht, wenn andere abfällig über jemanden reden. Man bringt etwas in Gang, das ohne einen nicht passiert wäre.

Hinterher ist man oft selbst überrascht. Es kostet weniger, als man dachte. Und es verändert nicht nur den anderen.

Pfingsten erinnert daran, dass Gottes Geist uns bewegt – damit etwas Gutes in die Welt kommt, durch jede und jeden von uns.


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Gedanken zu Pfingsten

  • Verlängertes Wochenende, ehrlich gesagt. Auch wenn ich weiß, dass da für die Kirche mehr dran ist.— aus Rostock

  • Lieber Erzbischoff,
    Pfingsten war für mich dieses Jahr so viel mehr. Der erste Geburtstag meiner Nichte und ihre Taufe im Anschluss, das Beisammensein mit meinen Geschwistern und ein paar Tage Urlaub, an denen ich den Arbeitsalltag und -stress hinter mir lassen konnte.
    Mit Menschen ins Gespräch gehen, die meinen Tag kreuzten und dabei merken, wie gut es tut die Geschichten, Gedanken und Sorgen anderer kennenzulernen. Das hat den Geist befreit und die Eigenen abgedankten sortiert.
    — I.B. aus Hamburg

  • Vielleicht ist Heiliger Geist einfach Rückenwind.— aus St. Peter-Ording

  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin froh, dass Sie sich in dieser Nachricht an mich erinnert haben, da ich ein Christ bin, katholisch im Glauben und assyrischer Nationalität, und ich weiterhin an den christlichen Grundlagen und den geistlichen Glauben festhalte, den Gott dem Universum geschenkt hat. Deshalb kann ich Ihre Nachricht an diesem Tag nicht ohne eine tiefe Antwort lassen.

    Die chaldäische Kirche als katholische Konfession feierte diesen Tag zum Beispiel am frühen Morgen nach der Messe um sieben Uhr. Danach gingen alle auf den Platz der Kirche Mar Yohanna der Täufer im Gebiet Dora, Viertel 822, Gasse 5.

    Für die Kinder gab es damals etwas Besonderes: Wir standen alle auf dem Kirchplatz, und es gab spezielles Wachs, das aus natürlichen Materialien bestand und bei einer niedrigen Temperatur schmilzt. Wir tauchten unsere Hände mehrmals hinein, danach bildete sich auf der Hand eine Wachsform der Finger und der Hand. Danach hielten wir sie in kaltes Wasser, und das Wachs wurde hart. So erschien uns ein Abdruck einer Hand. Wir als Kinder verstanden damals, dass dies eine kleine Erinnerung ist, die uns Kraft gibt – so wie der Leib Christi oder die Jungfrau Maria als ein heiliger Leib verstanden wird. Die Fantasie und der Geist waren auf diese Weise durch kirchliche Ideen in uns präsent.

    Am Abend desselben Tages versammelten sich alle wieder und entzündeten ein Feuer und sprangen darum herum, zusammen mit anderen Feierlichkeiten wie Theateraufführungen und Ähnlichem.

    Heute habe ich all diese Freude verlassen aufgrund der Ausbreitung anderer Konfessionen, die so leben wollen, wie wir gelebt haben. Wie das christliche Volk assyrischer Nation an den Worten Christi glaubt: „Lass alles zurück und folge mir“, denn wenn du im Dunkeln gehst, kannst du nicht verloren gehen.

    Wir konnten Gottes Worte nicht brechen, die für uns wie ein Gesetz waren. Deshalb verließen wir unser Land und unseren Besitz für diejenigen, die hungrig und durstig waren, damit sie an das Christentum glauben können, ob katholisch oder andere Konfessionen. Doch was wir gesehen haben, war nicht so, wie wir es erwartet hatten.

    Heute sende ich Ihnen meine stille Stimme und mein Inneres als Antwort auf Ihre Nachricht. Bitte nehmen Sie meinen tiefen Respekt an.
    Mit freundlichen Grüßen
    Moshi— Moshi aus Ostring 2,24966 Sörup

  • Ich denke ganz besonders an die jungen Menschen, die ich vor Jahren auf dem Weg zur Firmung begleitet habe. Spürt Ihr noch den heiligen Geist in Eurem Alltag? Wie schön die Treffen waren, als wir uns darüber unterhalten haben, wann uns in unserem Leben der heilige Geist spürbar begegnet. Und IHR von Euren Erlebnissen mit Freunden, in der Schule oder Familie berichtetet. Ein Beispiel was eine Firmandin berichtete: Als sie sich ermutigt fühlte auf die gemoppte und von allen ins Abseits gestellte Mitschülerin zuzugehen und daraus eine tiefere Freundschaft entstand. Einfach mal Wege gehen, die nicht dem Mainstream folgen. Die Kraft die wir hierfür benötigen, dass ist für mich spürbarer Heiliger Geist. Der Anstoß im richtigen Moment klar zu handeln und zu denken da spüre ich das Wirken des Heiligen Geistes.— Maria aus Hamburg

  • Bei uns in Polen war Pfingsten immer das große grüne Fest: Birkenzweige an der Eingangstür und auch die Kirchen werden festlich mit Birkenzweigen geschmückt.— Marek aus Hamburg